Mutterkuhhaltung und Herdenschutzhunde

Wander- und Bikewege führen ab und zu auch über Weiden. Beim Betreten von Weiden ist daher unbedingt auf die Tiere - Rinder, Schafe und Herdenschutzhunde und deren Verhalten zu achten. Wenn man als Wanderer und Biker ein paar Grundregeln beachtet, sollten allfällige Begegnungen zwischen Mensch und Tier friedlich verlaufen.

Aktuell befinden sich keine Mutterkühe auf den Alpweiden. Die interaktive Karte wird ab Sommer 2021 wieder verfügbar sein.

Der Pilotversuch

Um das Konfliktpotential zwischen Mutterkühen, Herdenschutzhunden und Gästen zu minimieren und das Miteinander von Landwirtschaft und Tourismus zu fördern, beteiligt sich die Destination Flims Laax Falera an einem Pilotversuch. Ziel ist es Outdoorsportlern möglichst Realtime-Informationen zum Standort der Mutterkühe und Herdenschutzhunden zur Verfügung zu stellen. Diese Informationen sollen dem Gast bei der Routenplanung helfen oder ihm vor Ort die Entscheidung erleichtern einen Weideabschnitt zu betreten oder diesen grossräumig zu umgehen.

Hierfür wurden Mutterkühe und Herdenschutzhunden mit Sendern ausgestattet und die einzelnen Alpkoppeln kartografisch erfasst. Ziel des Versuchs ist es sicherzustellen, dass nur Koppeln orange eingefärbt werden, wenn sich darin auch wirklich Mutterkühe und Herdenschutzuhunden befinden. Da es sich um einen Pilotversuch handelt, bei welchem Funktionsstörungen auftreten können, kann einen hundertprozentige Funktionalität noch nicht garantiert werden.

Daher gilt: Ist die Alpkoppel orange eingefärbt, halten sich darin mit Sicherheit Mutterkühe oder Herdenschutzhunde auf. Ist der Geländebereich nicht als Weide gekennzeichnet, müssen Sie trotzdem damit rechnen, Mutterkühe oder Herdenschutzhunde zu begegnen.

Verhaltenstipps mit Mutterkühen

1. Distanz halten

Halten wenn möglich Distanz, um die Rinder nicht zu beunruhigen. Gehe in jedem Fall ruhig an den Tieren vorbei. Rinder haben eine Individualzone – ähnlich der natürlichen Distanzzone bei Menschen. Wird diese verletzt, können sich die Tiere bedrängt fühlen. Ein Angriff auf Menschen dient meist dazu, sich selbst, die Herde und besonders die Jungtiere zu schützen.

2. Kälber nicht berühren

Die Mütter behalten ihre Kleinen stets im Auge und können bei Unstimmigkeiten heftig reagieren. Nähere dich den Kälbern nicht und berühre sie auf keinen Fall. Mutterkühe wollen ihre Kälber schützen. Sie mögen es nicht, wenn Fremde ihren Nachwuchs berühren. Kälber liegen allerdings oft etwas versteckt abseits der Herde.

3. Hunde an die Leine

Führe deinen Hund an der Leine, umgehe die Rinder möglichst ruhig und grossräumig. Meide den direkten Kontakt mit der Herde. Rinder ordnen Ihren Hund immer als Raubtier ein und wollen ihre Herde schützen – unabhängig von seinem Aussehen und seiner Grösse.

Verhaltenstipps mit Herdenschutzhunden

Verhaltensgrunsätze

Wenn man auf einer Wanderung oder Biketour ein Herdenschutzgebiet kreuzt, wird grundsätzlich folgendes Verhalten empfohlen:

  • Tafeln mit Verhaltenstipps ernst nehmen
  • Tempo verlangsamen
  • Tiere nicht aufscheuchen
  • Hunde nicht überraschen, sondern durch lautes Reden auf sich aufmerksam machen 
  • Vom Bike absteigen

Wenn Herdenschutzhunde bellen, auf einen zurennen und den Weg versperren

  • ruhig stehen bleiben und den Hunden Zeit lassen, die Situation einzuschätzen (Hunde nicht direkt anschauen, nicht berühren, nicht direkt ansprechen)
  • Distanz zur Herde halten
  • Hunde nicht provozieren: keine erhobenen Stöcke, nicht herumfuchteln, nicht anschreien 
  • Hunde wenn nötig mit schräg und ruhig gegen unten ausgestrecktem Stock auf Abstand halten
  • Sobald der Hund die Anwesenheit akzeptiert hat und nicht mehr bellt, kann der Weg langsam fortgesetzt werden.

Wenn sich die Herdenschutzhunde nicht beruhigen

  • Rückwärtsgehen und sich auf eine grössere Distanz zur Herde zurückziehen 
  • Augenkontakt vermeiden
  • Herde weiträumig umgehen oder umkehren
  • Wer sich trotz eindeutiger Warnsignale der Herdenschutzhunde den Durchgang durch die Herde erzwingt, kann im schlimmsten Fall gebissen werden

Lanciert wurde der Pilotversuch durch das Impulsprogramm graubündenHIKE der Fachstelle Langsamverkehr des Tiefbauamts Graubünden. Am Pilot beteiligt sind: Destination Flims Laax Falera, Amt für Landwirtschaft und Geoinformatik, Alptracker, Adnexo, Snora, outdooractive, diverse Alpgenossenschaften.

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